Neuer Naturweg zwischen Dättnau und Wülflingen

Gebiete
754

Wer weiss noch genau, wie der alte Busbahnhofplatz in Winterthur ausgesehen hat? Wem die Erinnerung schwer fällt, der befindet sich in guter Gesellschaft. Der Mensch nimmt Veränderungen unmittelbar zwar wohl wahr, gewöhnt sich aber schnell daran und vergisst bald, wie etwas früher ausgesehen hat. Das ist nicht nur in Siedlungen so, sondern auch in der Landschaft. Denn auch die Landschaft wandelt sich stetig. Der neu konzipierte Naturweg Dättnau-Wülflingen nimmt das Thema Landschaftswandel auf.

Kulturlandschaft im Dättnauer Tal: Sie wandelt sich stetig, was sich auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt.

Von der Natur- zur Kulturlandschaft

Kulturlandschaft im Dättnauer Tal: Sie wandelt sich stetig, was sich auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirkt.

Weinbau, Lehmabbau und Landwirtschaft haben die Kulturlandschaft zwischen Dättnau und Wülflingen geprägt und im Laufe der Jahre verändert. Auf vierzehn Informationstafeln wird der Wandel der Kulturlandschaft mit historischen Bildern und Erklärungen in Erinnerung gerufen und gleichzeitig der Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt aufgezeigt. Das Spannende daran ist, dass sich Eingriffe in die Landschaft nicht per se negativ auf die Artenvielfalt auswirken. Im Gegenteil: Hätte man die Naturlandschaft im Dättnauer Tal so belassen, wie sie ursprünglich war, würde dort heute ein dichter Buchenmischwald wachsen.

Kulturlandschaft Dättnau

Ein Naturweg für alle Sinne

Der sieben Kilometer lange Naturweg ist anregend gestaltet: Unterwegs können die Besucherinnen und Besucher Rätsel lösen, das Konzert der Grillen und Heuschrecken hören und die Veränderungen der Landschaft nachverfolgen. Schilder mit dem Blauen Bläuling weisen den Weg. Eine Ausflugskarte mit Hintergrundinformationen kann bei Winterthur Tourismus oder der Stadtgärtnerei bezogen werden. Sie besteht aus einem Routenplan und zeigt anhand eines Zeitstrahls und einer Grafik auf, wie sich die Artenvielfalt in Bezug zur landschaftlichen Entwicklung verändert hat. Der QR-Code auf den Tafeln führt auf die Website der Stadtgärtnerei Winterthur, wo vertiefte Informationen zum Thema Landschaftswandel und zu den Pflanzen und Tieren im Dättnauer Tal aufgeschaltet sind. Ende Juni hat die Stadtgärtnerei den Weg bei den Dättnauer Weihern offiziell eingeweiht.

Naturweg Dättnau-Wülflingen: Tafel am Dättnauer Weiher
Naturweg Dättnau-Wülflingen: Tafel am Dättnauer Weiher. (Bilder: Michael Wiesner)

Quelle: Medienmitteilung der Stadtgärtnerei Winterthur vom 23. Juni 2014

Schlagwörter:

Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen Waldzeit-Newsletter und verpassen Sie keine neuen Beiträge mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Gipfelplateau Hoh Wülflingen von Westen aus
Geschichte

Letzte Zeugen der Burg Hoh Wülflingen

«Schuppentännli» nannte der Schriftsteller Jakob Christoph Heer das Gebiet liebevoll. Hier, auf dem Hügelzug zwischen Dättnau und Totentäli, liegt auf dem abgeflachten Gipfelplateau auf 595 Metern über Meer die Burgstelle Hoh Wülflingen.

Burgruine Alt Wülflingen von Nordosten her
Geschichte

Alt-Wülflingen: Burgruine mit bewegter Vergangenheit

Dieser Ort muss für Häftlinge grausam gewesen sein. Die Mauern ringsherum sind bis zu zwei Meter dick. Aus Sandstein-Buckelquadern und 18 Meter hoch. Und mittendrin dunkler, feuchter Moder. Der liebliche Ausblick durch das Geäst auf die Töss hinunter und den nahegelegenen Brüelberg hinüber verdrängt heute die Vorstellung von der bewegten Vergangenheit der Burg Alt-Wülflingen.

Birken und Föhren gedeihen auch unter extremen Bedingungen
Klima

Nacheiszeitlicher Birken-Föhren-Wald im Dättnau

Wie das natürliche Pflanzenkleid der Winterthurer Landschaft ohne das Zutun des Menschen heute aussehen würde, darüber wissen wir recht gut Bescheid. Über weite Flächen würde sich hier ein Laubwald ausbreiten, der von der Buche beherrscht wäre. Nur auf extrem trockenen, nassen, sauren oder basischen Standorten müsste die Buche anderen Baumarten Platz machen.

Das Quartier Hardau in Wülflingen vom Hardwald aus gesehen: Im hinteren Teil dieses Quartiers befand sich das Zigeunerhölzli
Gebiete

Zigeunerhölzli musste Kiesgrube weichen

Anfang März 1933 erhielt die Genossenschaft für die Verbesserung der Flureinteilung in Wülflingen vom Regierungsrat die Bewilligung, das 38 Are kleine «Zigeunerhölzli» zu roden. Das Waldstück gehörte bis dahin zwar noch der Stadt Winterthur, aber diese überliess das Grundstück nach der Waldrodung der Genossenschaft, um dort Kies auszubeuten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.

Menü