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Quellhöhle St. Pirminsbrunnen

Südlich von Neuburg, einem Weiler im Westen der Stadt Winterthur, liegt der Chomberg (auch Komberg). An dessen Nordhang finden sich heute acht kleinere Quellfassungen. An einer dieser Quellen soll sich im 8. Jahrhundert der Brunnenheilige Pirminius niedergelassen haben.

Pirmin

Zur Herkunft und zum Lebensweg Pirmins wurden im Laufe der Jahrhunderte unterschiedliche, auch widersprüchliche Angaben überliefert. Ob der um 690 geborene Pirmin ursprünglich aus Irland stammt, wie auf der Gedenktafel am Chomberg beschrieben und wie es auch älteren Auffassungen entspricht, oder ob er – gemäss einer anderen Theorie – aus der historischen Provinz Aquitanien, einer Region im Südwesten Frankreichs, oder gar aus Nordspanien stammt, ist nicht sicher.

Sicher ist aber, dass Pirmin als Wanderprediger durch Mitteleuropa zog und im Jahre 724 auf der damals noch unbewohnten Bodenseeinsel Reichenau ein Kloster gründete. Bis der Glaubensbote im Jahr 742 die Abtei Hornbach (Rheinland-Pfalz) gründete, wo er 753 auch starb, soll er auf seinem Weg durch das Elsass und das heutige Südwestdeutschland insgesamt 10 bis 12 Klöster gegründet haben.

In Pfungen, wo sich der heilige Pirmin um 723 aufhielt, kam es nicht zu einer Klostergründung, weil der Bischof von Konstanz dagegen war. Das Kloster am nahen Beerenberg wurde erst 1318 gegründet. Das nahe gelegene Wülflingen hatte bereits um 650 eine Holzkirche. Heute ist St. Pirmin unter anderem der Schutzpatron der römisch-katholischen Kirche Pfungen.

Ab dem 14. Jahrhundert ist der Ortsname «Pirminsbrünnlein» in der Gegend von Pfungen dokumentiert. Allerdings wurde der Pirminsbrunnen an verschiedenen Orten ausgemacht. Auf der grossen Reliefkarte des Kantons Zürich von Hans Conrad Gyger aus dem Jahre 1667 ist ein Pirminsbrunnen im Zytmoostälchen eingezeichnet.

Quelle

Die Quellhöhle St. Pirminsbrunnen liegt auf 555 m.ü.M. an der Oberen Holenstrasse. Sie ist vom Tössrain oder von Neuburg aus bequem zu Fuss erreichbar. Vom Gehöft Furt südsüdwestlich von Neuburg sind es nur rund tausend Schritte bis zum Pirminsbrunnen. Auf der rechten Seite der Oberen Holenstrasse steht eine schlichte Gedenktafel (s. unten). Von dort aus führt eine kleine Treppe einige Meter hinauf zur Quellhöhle. Der Eingang zur Höhle ist mit einem Betonrahmen gesichert und teilweise mit Efeu überwachsen. Auf dem überschwemmten Boden liegen einige Trittsteine.

Im Innern der Höhle plätschert munter das Wasser aus dem Sandsteinfelsen von der Decke herunter. Und im Winter hängen an der Decke imposante Eiszapfen. Der städtische Forstbetrieb hat die Quellfassung 1975 gesichert, die erwähnte Treppe als Zugang gebaut und eine Erinnerungstafel aufgestellt.

Bildergalerie

Erinnerungstafel

Der nachfolgende Text steht auf der Erinnerungstafel an der Oberen Holenstrasse.

Geologisch bemerkenswerte Quelle, die in einer Höhle direkt aus dem Sandsteinfelsen entspringt.

Der Name ist seit 1327 nachgewiesen und erinnert an den irischen Mönch Pirmin († 753), Gründer des Klosters Reichenau und Schutzpatron der alten Pfarrkirche Pfungen. Er hat nach der Überlieferung in der Gegend geweilt und soll sich vorübergehend an dieser oder einer benachbarten Quelle niedergelassen haben.

Abstützung der Höhlendecke und Zugang 1975 neu erstellt durch die Stadt Winterthur.

Karte

Karte vom Standort der Quellhöhle St. Pirminsbrunnen
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Michael Wiesner ist Biologe. Er hat an der ETH Zürich Naturwissenschaften studiert und in der Fachrichtung Geobotanik bei Prof. Dr. Elias Landolt abgeschlossen. Seine Beiträge finden sich auch auf Facebook, auf Twitter, auf Flickr, auf Vimeo und auf Youtube.

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