Geschichte

Die Burgruine Alt-Wülflingen wird saniert

Burgruine Alt Wülflingen von Nordosten her

Der Zugang zur Burgruine Alt-Wülflingen ist seit Herbst 2013 gesperrt. Grund: Der rund 18 Meter hohe mittelalterliche Turm ist einsturzgefährdet. Deshalb hat der Winterthurer Stadtrat am 8. Januar 2014 einen Kredit von 150’000 Franken für die Sanierung dieses beliebten Ausflugsziels bewilligt.

Mit der Renovation noch in diesem Jahr wird der historische Bau Stützhilfen und ein einfaches Dach bekommen.1 Schon in den Jahren 1936 und 1983 bis 1984 musste die Burgruine restauriert werden.2 Bei der Restaurierung 1984 trugen Saumpferde Baumaterial auf den unwegsamen, steilen Burghügel.3

Burgruine Alt Wülflingen von Südwesten her
Burgruine Alt Wülflingen von Südwesten her

Der Turm aus Sandstein-Buckelquadern trug schon im Mittelalter ein Dach: Die Karte von Jos Murer von 1566 zeigt ihn mit angrenzendem Wohnhaus und einem nach Süden abfallenden Pultdach.

Zu jener Zeit, als die Wülflinger die Burg bauten, waren Buckelquader als Baustoffe sehr beliebt. Bekannt sind sie von Stadthäusern, deren Ecken die Erbauer so verzierten. Allerdings war diese Bauweise sehr aufwändig, weil die Steinmetze jeden Stein einzeln herrichten und exakt auf die anderen Steine abstimmen mussten. Sie schlugen auf der sichtbaren Fläche entlang der Kanten einen ebenen Rand heraus und liessen den vorspringenden Buckel stehen.4

Die Burg Alt-Wülflingen mit dem Wohnturm war im 11. Jahrhundert Sitz der Grafen von Wülflingen. Sie wurde 1240 urkundlich als Besitz von Konrad von Wülflingen erwähnt und war ab 1407 Zentrum der Herrschaft von Wülflingen. Der Burghügel von Alt-Wülflingen diente möglicherweise schon in urgeschichtlicher Zeit als Refugium.

Der Turm Alt Wüflingen mit Pultdach auf der Karte von 1566
Der Turm Alt Wüflingen mit Pultdach auf der Karte von 1566

Einzelnachweise

  1. Stadt Winterthur, Medienmitteilung vom 8. Januar 2014, http://stadt.winterthur.ch/info/news/news-detail/article/sanierung-ruine-alt-wuelflingen/, abgerufen am 8.1.2014
  2. Bundeamt für Landestopographie (2007): Burgenkarte der Schweiz – Ost, Objektbeschreibung und Detailkarten, S. 100
  3. Schaufelberger Hans (1991): Die Stadt Winterthur im 20. Jahrhundert. Eine Chronik mit begleitenden Texten. S. 200
  4. Einst und jetzt. Die Zeitschrift zu Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Zürich. Nr. 4/2012. S. 26

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Michael Wiesner ist Biologe. Er hat an der ETH Zürich Naturwissenschaften studiert und in der Fachrichtung Geobotanik bei Prof. Dr. Elias Landolt abgeschlossen. Seine Beiträge finden sich auch auf Facebook, auf Twitter, auf Flickr, auf Vimeo und auf Youtube.

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