Waldgebiet Andelbach am 18. Februar 2018
Klima

Hast du das Frieren auch langsam satt?

Russische Kältepeitsche hiess sie in den Medien. Die Kältewelle von Ende Februar. Ein Hochdruckgebiet über Skandinavien blies eisige Luft zu uns. Minus 12 Grad und tiefer.

Russische Kältepeitsche hiess sie in den Medien. Die Kältewelle von Ende Februar. Ein Hochdruckgebiet über Skandinavien blies eisige Luft zu uns. Minus 12 Grad und tiefer. Der Boden steinbein gefroren. Auf dem Waldweiher lag daumendickes Eis. Und durch den Wald zog eine fiese Bise.

Waldgebiet Andelbach am 18. Februar 2018
Waldgebiet Andelbach am 18. Februar 2018

Noch in der zweiten Januarhälfte war es wärmer als im gleichen Zeitabschnitt der vergangenen drei Jahre. Aber Ende Februar war es kälter. Deutlich kälter. Nicht nur gefühlt, auch gemessen, wie die beiden Diagramme unten zeigen.

Die gelbe Kurve zeigt den Mittelwert der Tagesdurchschnittstemperaturen der Jahre 2015 bis 2017 in Winterthur. Die grüne Kurve zeigt die Tagesdurchschnittstemperaturen 2018.
Die gelbe Kurve zeigt den Mittelwert der Tagesdurchschnittstemperaturen der Jahre 2015 bis 2017 in Winterthur. Die grüne Kurve zeigt die Tagesdurchschnittstemperaturen 2018.

Bis zum 3. März gab es in Winterthur 2018 sieben Eistage mit Maximaltemperaturen von unter Null. Und insgesamt 32 Frosttage mit Minustemperaturen.

Die orange Kurve zeigt die Tageshöchsttemperaturen 2018 in Winterthur, die blaue Kurve die Tagestiefsttemperaturen.
Die orange Kurve zeigt die Tageshöchsttemperaturen 2018 in Winterthur, die blaue Kurve die Tagestiefsttemperaturen.

Im Winterthurer Wald lag Schnee. Für die Jahreszeit viel Schnee. Der Echte Seidelbast hatte einige Tage vorher seine Blüten geöffnet. Am 11. Februar zeigte er sich in schönster Blüte. Und auch der Haselstrauch hing voller männlicher Blüten.

Waldgebiet Andelbach

Eine Woche später waren sie eingeschneit. Das Waldgebiet Andelbach am 18. Februar 2018 – wie im Märchen. Die Bäume waren verzuckert.

An an den offenen Haselblüten hingen Schnee und Eis. Die Äste der jungen Fichten bogen sich unter der Last des Schnees.

Sonntag, 4. März 2018. Der Schnee ist weg. Eis, Bise und Kälte auch. Endlich! Nicht mehr frieren. Der Frühling kann kommen.

Im Wald warten Tiere und Pflanzen. Aufs Blühen und Bestäuben, aufs Wandern und Laichen, aufs Wachsen und Sterben, aufs Fressen und Gefressenwerden.

Bald geht’s wieder los mit Bingelkraut, Huflattich & Co. Freude herrscht!

Das Gezwitscher der Amsel, das Knarren alter Bäume, das Klopfen des Spechts und das Plätschern des Waldbächleins: Die reine Kraft der Natur. Alles andere ist relativ.

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Michael Wiesner ist Biologe. Er hat an der ETH Zürich Naturwissenschaften studiert und in der Fachrichtung Geobotanik bei Prof. Dr. Elias Landolt abgeschlossen. Seine Beiträge finden sich auch auf Facebook, auf Twitter, auf Flickr, auf Vimeo und auf Youtube.

2 Kommentare zu “Hast du das Frieren auch langsam satt?

  1. Avatar

    Danke für die schönen Bilder! Ja, mit Frieren reichts nun, definitiv. Und auch mit Kranksein!
    Kaum zu glauben, was im März alles zur Blüte ansteht, da bin ich gespannt, wie viel davon ich entdecke!
    Frühlingsherbeisehnende Grüsse
    Ingrid

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