Kleine Traubenhyazinthe

Die Kleine Traubenhyazinthe (Muscari botryoides) ist eine Unkraut- oder Ruderalpflanze aus der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae). Sie blüht von März bis April und gedeiht am besten an halbschattigen Standorten auf mässig feuchten, neutralen bis basischen, mässig nährstoffarmen bis mässig nährstoffreichen Böden mit mässig wechselnder Feuchtigkeit.1

Im Kanton Zürich kommt die Kleine Traubenhyazinthe nur sehr selten vor. Drei Standorte sind in der «Flora des Kantons Zürich» erwähnt: südlich von Rheinau und zwischen Andelfingen und Altikon. Im März 2022 haben wir einen weiteren Standort im Gebiet Hundig bei Glattfelden entdeckt. Allerdings haben wir nur eine einzige Gruppe von fünf bis sechs Pflanzen gesehen (s. Fotos unten).

In der Schweiz kommt die Kleine Traubenhyazinthe ausser im Kanton Zürich auch in der Genferseeregion, im zentralen Mittelland, um Schaffhausen und im Bündnerland vor. Ursprünglich stammt sie aus der Türkei und dem Nahen Osten. Sie wurde im 16. und 17. Jahrhundert nach Mitteleuropa eingeführt.

Beschreibung

Höhe:10 bis 20 cm
Blüte:hellblau, kugelig, nur 3–4 mm lang, fast geruchlos, in kurzem und dichtem Blütenstand, Blütenhülle besteht aus 6 miteinander verwachsenen Blütenhüllblättern, werden von Bienen und Hummeln bestäubt
Stängel:unten rötlich gefleckt, gegen oben purpur überlaufen, bildet Zwiebeln als Überdauerungsorgan
Blätter:5–12 mm breit, lanzettlich, fast bandförmig, meist aufrecht, mit schiffchenförmiger Spitze
Vorkommen:Weinberge, Wiesen, lichte Wälder

Bildergalerie

Literatur

  • Lauber, Konrad; Wagner, Gerhart; Gygax, Andreas; Eggenberg, Stefan; Michel, André (2012): Flora Helvetica. Flora der Schweiz: 3850 Farbphotos von 3000 wildwachsenden Blüten- und Farnpflanzen einschliesslich wichtiger Kulturpflanzen, Artbeschreibungen und Bestimmungsschlüssel. 5., vollst. überarb. Aufl. Bern etc.: Haupt.
  • Wohlgemuth, Thomas; Del Fabbro, Corina; Keel, Andreas; Kessler, Michael; Nobis, Michael (Hg.) (2020): Flora des Kantons Zürich. Haupt Verlag; Zürcherische Botanische Gesellschaft. 1. Auflage. Bern: Haupt Verlag.

Links

  • Muscari botryoides In: Info Flora – Das nationale Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Info Flora ist eine gemeinnützige, privatrechtliche Stiftung zur Dokumentation und Förderung der Wildpflanzen in der Schweiz.
  • Kleine Traubenhyazinthe In: Wikipedia – Die freie Enzyklopädie.

Einzelnachweise

  1. Flora Helvetica 2012, Nr. 2463 ↩︎
Schlagwörter:

Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen Waldzeit-Newsletter und verpassen Sie keine neuen Beiträge mehr.

Das könnte Sie auch interessieren

Rauhaariges Veilchen (Viola hirta) bei Hoh Wülflingen
Pflanzen

Rauhaariges Veilchen

Das Rauhaarige Veilchen (Viola hirta) ist eine Waldpflanze aus der Familie der Veilchengewächse (Violaceae). Es blüht von März bis April…
Pflanzen

Gemeine Esche

Die Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae). Sie blüht von April bis Mai. Junge Eschenblätter nach…
Europäische Eibe (Taxus baccata)
Pflanzen

Europäische Eibe

Die Europäische Eibe (Taxus baccata) ist eine Baumart aus der Familie der Eibengewächse (Taxaceae). Sie blüht von März bis April…
Pflanzen

Scharbockskraut

Das Scharbockskraut ist eine Waldpflanze aus der Familie der Hahnenfussgewächse. Es blüht von März bis April.

Wunder-Veilchen (Viola mirabilis)
Pflanzen

Wunder-Veilchen

Das Wunder-Veilchen ist eine Waldpflanze aus der Familie der Veilchengewächse. Es blüht von April bis Mai und gedeiht am besten an schattigen Standorten auf frischen, neutralen bis basischen, mässig nährstoffarmen bis mässig nährstoffreichen Böden.

4 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.