Rotes Waldvöglein

Das Rote Waldvöglein, auch Rotes Waldvögelein oder Rote Kopforche (Cephalanthera rubra) ist eine Waldpflanze aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae). Es blüht von Juni bis Juli und gedeiht am besten an halbschattigen Standorten auf frischen, neutralen bis basischen, nährstoffarmen Böden.

Merkmale

Das Rote Waldvögelein erreicht eine Höhe von 20 bis etwa 50 cm.

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Am aufrechten, unverzweigten, zylindrischen, gerillten und oben drüsigen Stängel sitzen 4 bis 12 Blüten in den Winkeln von Tragblättern. Die Perigonblätter sind dunkelrosa und spitz. Sie neigen oft zusammen und verdecken meist die 14 bis 20 mm lange Lippe. Deren vorderes Glied ist fein zugespitzt. Die Blüten besitzen keinen Sporn.

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Rotes Waldvöglein (Cephalanthera rubra)

Die Blätter sind lanzettlich, rinnig gefaltet und stängelumfassend.

Vorkommen

Das Rote Waldvöglein findet man auf kalkreichen Böden an schattigen bis halbschattigen, wärmeren Standorten in lichten Buchen- und Eichenwäldern oder in lichten Nadel-Mischwäldern an sonnigen Lagen, an Waldwegen oder auf Wiesen am Waldrand.

Von allen Waldvöglein-Arten dringt es am weitesten in die Alpen ein, auch im Engadin.1

Im Kanton Zürich – auch in Winterthur – ist es lückenhaft verbreitet und weniger zahlreich als die anderen Waldvögelein-Arten. Insgesamt ist die Verbreitung gegenüber dem Bestand anno 1900 mehr oder weniger stabil geblieben.2

Schutz

Das Rote Waldvöglein ist in der ganzen Schweiz vollständig geschützt!

An der Alpensüdflanke ist diese Art potenziell gefährdet.

Ökologie

Die Vermehrung erfolgt bei dieser mehrjährigen krautigen Pflanze über Insektenbestäubung.

Die Blüten werden von Scherenbienen (Gattung Chelostoma) bestäubt, die eigentlich nur Glockenblumen besuchen und bei den Orchideen keine Nahrung finden. Das Waldvöglein imitiert jedoch die Blütensignale der auch im Wald wachsenden Pfirsichblättrigen und Rundblättrigen Glockenblumen.3

Das Rote Waldvöglein ist ein ausdauernder Rhizom-Geophyt, überwintert also unter der Erdoberfläche.

Geophyten (=Kryptophyten) überdauern den Winter oder andere Stresssituationen (z.B. Sommertrockenheit im Mittelmeergebiet) mit unterirdischen Organen, aus denen sie wegen der eingelagerten Speicherstoffe unter besseren Bedingungen wieder auswachsen können. Häufig werden als ausdauernde Knollen, Rhizome oder Zwiebeln gebildet. Die oberirdischen Pflanzenteile wachsen jedes Jahr neu, diese sind somit einjährig und nicht verholzt, die Pflanze selbst ist aber ausdauernd.4

Rhizome sind ausdauernde, unterirdische Sprossachsen, die entweder kurz und verdickt oder lang gestreckt ausgebildet werden. 5

Quellen

Literatur

  • Baltisberger, M., Nyffeler, R., & Widmer, A. (2013): Systematische Botanik. Einheimische Farn- und Samenpflanzen. vdf Hochschulverlag AG, Zürich. 378 S.
  • Lauber, K., Wagner, G., & Gygax, A. (2012): Flora Helvetica (5. Aufl.). Haupt Verlag, Bern. 1656 S.
  • Spohn, M., Aichele, D., Marianne, G.-B., & Spohn, R. (2008): Was blüht denn da? Sicher nach Farbe bestimmen. Extra: Bäume, Stäucher, Gräser. Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart. 492 S.
  • Wohlgemuth, T., Fabbro, C. D., Keel, A., Kessler, M., & Nobis, M. P. (2020): Flora des Kantons Zürich. Haupt Verlag, Bern. 1300 S.

Links

Einzelnachweise

  1. AGEO, 14.01.2020
  2. Wohlgemuth et al., 2020, S. 224
  3. Spohn et al., 2008, S. 102
  4. Baltisberger et al., 2013, S. 85
  5. ebd.
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